State-of-the-Art und Ärztliche Leitlinien


State-of-the-Art

Jedes Jahr Anfang Juni treffen sich die Spitzenonkologen der Welt zum ASCO Kongress in Chicago - es gibt zahlreiche weitere, nicht ganz so wichtige Kongresse, u.a. ESMO und IASLC. Die neuesten Trends in der Krebsforschung und die aktuellen Daten der weltweiten Arzneimittel-Studien werden dort präsentiert.
Nach Ansicht vieler Experten spiegeln die jährlichen ASCO Daten den State-of-the-Art auch in Sachen ALK+ NSCLC wieder. Dieser Wissensstand wird aus meiner Sicht gut auf der englisch-sprachigen UpToDate-Webseite von Wolters Kluwer (www.uptodate.com) zusammengefasst.

Ärztliche Leitlinien 
Unsere Spitzenonkologen - soweit nicht auf dem ASCO-Kongress dabei - studieren die ASCO-Berichtsdokumente. Die Onkologen selbst sind in zahlreichen Gremien vertreten, in Deutschland u.a. in der DGHO (Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie) und der AIO (Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der DKG).
Unter Beteiligung dieser Gremien werden die Therapieempfehlungen für die verschiedenen Tumorausprägungen (Molekulargenetik der Zellen, immunhistochemische Mutationen, Stadium, etc.) unter Berücksichtigung eventueller Vorbehandlungen sowie der für Deutschland zugelassenen Medikamente festgelegt und in den S3-Leitlinien veröffentlicht.
Auf Basis der S3-Leitlinien sollte der nicht-spezialisierte Onkologe die Therapie eines ALK-Patienten festlegen und tut dies i.a. auch. Unglücklicherweise wurden die S3-Leitlinien letztmals im Februar 2018 aktualisiert und die darin enthaltenen Empfehlungen zum ALK-positiven Lungenkrebs sind veraltet.
Etwas besser hinsichtlich der Aktualität sieht es bei den Onkopedia-Leitlinien zum NSCLC aus. Die Onkopedia-Leitlinien werden über die Onkopedia-Webseite (www.onkopedia.com) veröffentlicht und fließen in die ALK-Wissensbasis ein.
Da die Zulassung von neuen Medikationen durch die zentrale EU-Zulassungsbehörde EMA aber meist erst zwischen einigen Monaten und einem Jahr nach der Zulassung für die USA (durch die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA) erfolgt, würden unsere ärztlichen Leitlinien aber selbst bei einer verbesserten Aktualisierung (in kürzeren Intervallen) dem state-of-the-art nicht selten hinterher hinken.