Hirnmetastasen


Etwa 10% der neu mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs diagnostizierten Patienten haben bereits bei Therapiebeginn ZNS-Metastasen, hauptsächlich als Hirnmetastasen, selten im Rückenmark.


Während 16 - 20% der Patienten allgemein im Laufe ihrer Erkrankung ZNS-Metastasen entwickeln, sind es bei ALK-Patienten sogar 50 - 60% (bei EGFR-Patienten ebenfalls 50 - 60% und bei ROS1-Patienten etwa 35%).  

Als mögliche Ursachen hierfür werden oft genannt:

  • Lungenkrebs-Patienten MIT nachgewiesener Gen-Mutation haben durch die zielgerichtete Therapie längere Überlebenszeiten und somit mehr Zeit für die Entwicklung von Hirnmetastasen
  • mutationsbedingte Krebserkrankungen besitzen scheinbar biologische Merkmale, die für ein Wachstum innerhalb des ZNS empfänglich sind
  • unter dem ersten ALK-Inhibitor Crizotinib aber auch (obwohl bereits verbessert) unter Ceritinib gibt es eine schlechte Durchdringung des ZNS  
 


Die Experten empfehlen für ALK-Patienten die Substanzen, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können bzw. nicht so leicht aus dem ZNS ausgespült werden, also Alectinib, Brigatinib oder Lorlatinib : 
 
  • ALK-Patienten ohne Hirnmetastasen bekommen diese Metastasen mit größerer Wahrscheinlichkeit dann erst gar nicht oder zumindest wesentlich später.


  • ALK-Patienten mit Hirnmetastasen, meist entstanden entweder vor einer zielgerichteten Therapie oder unter Crizotinib (teilweise auch unter Ceritinib), sprechen auf diese ALK-Inhibitoren i.a. auch intrakraniell (im Kopf) gut an.


  • Ein chirurgischer Eingriff und/oder eine Strahlentherapie,
    stereotaktisch (Cyberknife, Gamma Knife) bzw. im schlechteren Fall eine Ganzhirnbestrahlung (WBR),
    kann so zumindest hinausgezögert werden.