Brigatinib

Brigatinib (Alunbrig von Takeda Pharma) ist ein ALK-Inhibitor (TKI) der 2. Generation und zugelassen für die 

  • Erstlinientherapie: in der EU seit 04/2020 und in den USA seit 05/2020  
  • sequentielle Therapie nach Crizotinib: in den USA seit 04/2017 und in der EU seit 11/2018

In der  Erstlinientherapie, d.h. der Therapie von neu mit ALK-positivem Lungenkrebs diagnostizierten Patienten, ist Brigatinib wegen seiner ähnlich guten Wirksamkeit aktuell neben Alectinib das bevorzugte Mittel der Experten.

In der Folgetherapie nach Crizotinib ist Brigatinib das Mittel der Wahl, weil dessen Wirksamkeit in diesem Szenario noch besser zu sein scheint als die von Alectinib - in der Zulassungsstudie für die Zweitlinientherapie nach Crizotinib führte Brigatinib zu einem um ca. 8 Monate längeren (medianen) PFS als Alectinib in dessen Zulassungsstudie.


Nebenwirkungen

Brigatinib wird von der Mehrzahl der PatientInnen gut vertragen.

(I)
Mögliche, weniger schwere (Grad 1 oder 2) Nebenwirkungen sind u.a.
Gastrointestinale Probleme (insbesondere Übelkeit, Durchfall),
Fatigue
 (Erschöpfung / Müdigkeit / Antriebslosigkeit)
Myalgie (Muskelschmerzen, -schwäche),
Husten und Kopfschmerzen.

(II)
Es sind einige Nebenwirkungen möglich, die eine Änderung der Dosierung oder sogar ein Absetzen von Brigatinib erfordern können, u.a.

Pneumonitis (Lungenentzündung)
Bei ca. 6% der Patienten wurde unter Brigatinib  (in den klinischen Studien) über schwere, lebensbedrohliche oder tödlich verlaufende Pneumonitis berichtet. Während eine Pneumonitis sich unter anderen ALK-Inhibitoren i.a. frühestens nach 2 Wochen und durchaus bis zu 11 Monaten nach Therapiebeginn (Late Onset Pneumonitis) entwickelt, tritt diese unter Brigatinib fast immer innerhalb der ersten 7 Tage nach Therapiestart auf (Early Onset Pneumonitis) auf. 

Hyperglykämie (hoher Blutzuckerwert)
Bei mehr als 40% der Patienten wurde das Neuauftreten oder eine Verschlechterung einer Hyperglykämie beobachtet. Eine Hyperglykämie vom Grad 3 (bestimmt durch eine Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckerwertes im Serum) trat bei ca. 4% der Patienten auf. Bei 10% der Patienten mit einer Diabetes oder Glukoseintoleranz bei Studienbeginn musste eine Insulinbehandlung eingeleitet werden.

Hypertonie (Bluthochdruck)
Mehr als 20% der Patienten entwickelten unter Brigatinib einen Bluthochdruck und ca. 6% der Patienten hatten einen Bluthochdruck Grad 3. Der Blutdruck sollte vor der Behandlung mit Brigatinib kontrolliert werden und mindestens monatlich überwacht werden.

Bradykardie (niedrige Herzfrequenz)
Herzfrequenzen von weniger als 50 Schlägen pro Minute gab es unter Brigatinib bei ca. 8% der Patienten.
Bei einer Brigatinib-Therapie sollten Herzfrequenz und Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Antihypertensiva, die eine Bradykardie verursachen, sollten mit Vorsicht angewendet werden.

Amylase (Erhöhung der Pankreasenzyme)
Während der Therapie sind die Lipase- und Amylase-Werte zu überwachen.
Bei einer Amylase Grad 3 oder 4 muss die Therapie unterbrochen werden.
Bei Normalisierung oder Absinken auf Grad 1 oder den Ausgangswert kann die Therapie mit derselben oder einer reduzierten Dosis wieder aufgenommen werden.

Myalgie
Brigatinib kann Myalgien verursachen, einschließlich Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwäche. 

Lebertoxizität
Unter Brigatinib wird über Veränderungen der Leberfunktionswerte berichtet und häufig tritt eine Erhöhung der Leberenzyme ASP und/oder ALAT(ALT) auf.

Kreatinkinase (CPK)
Muskuläre Symptome können von einer Erhöhung der CPK begleitet sein. Im ersten Behandlungsmonat (bzw. bei Patienten mit Symptomen solange wie diese auftreten) sollten die CPK-Spiegel alle 14 Tage bestimmt werden.
Bei einer CPK-Erhöhung Grad 3 oder 4 muss die Therapie unterbrochen werden.
Bei Normalisierung oder Absinken auf Grad 1 oder den Ausgangswert kann die Therapie mit derselben oder einer reduzierten Dosis wieder aufgenommen werden.


Informationen des Medikamentenherstellers

Die Informationen des Herstellers zum Medikament Alunbrig für Patienten finden Sie in den Gebrauchsinformationen
Gebrauchsinformationen zu Alunbrig

Detaillierte Informationen des Herstellers zum Medikament Alunbrig für das medizinische Fachpersonal,  u.a. auch zu den Nebenwirkungen und deren Management finden Sie in den Fachinformationen:
Fachinformationen zu Brigatinib (Alunbrig)