ALK-positiver Lungenkrebs (ALK+ NSCLC)
Basisinformationen und einfach gehaltene Erklärfilme


Was ist ALK-positiver Lungenkrebs ?

Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) ist die häufigste Form des Lungenkrebses. Auf ihn entfallen etwa 85% der schätzungsweise 1,8 Millionen neuen Fälle von Lungenkrebs, die jedes Jahr weltweit diagnostiziert werden.
Bei 3 - 7% dieser Patienten wird die Wucherung von Zellen  durch eine genetische Veränderung des Anaplastischen Lymphom Kinase (ALK)-Proteins ausgelöst.
ALK-Patienten sind im Durchschnitt fast 20 Jahre jünger als Lungenkrebs-Patienten allgemein, es trifft zu mehr als 90% Nichtraucher, etwa 60% der ALK-Patienten haben NIE geraucht.     


Wie wird ALK-positiver Lungenkrebs diagnostiziert ?

Bei der Erstdiagnose sollten Patienten mit einem Adenokarzinom im fortgeschrittenen Stadium (3b, 3c oder 4) unabhängig von der Raucherhistorie auf eine ALK-Positivität getestet werden.


Nach Progression unter einem ALK-Inhibitor (nach Alecensa, Alunbrig oder Lorviqua unbedingt!) sollte eine molekulare Diagnostik mit dem NGS-Verfahren (basierend auf einer durch Gewebe-Biopsie und/oder Liquid Biobsie gewonnenen Probe) erfolgen. Nur so kann eine bestmögliche Folgetherapie bestimmt werden.


Wie wird ALK-positiver Lungenkrebs behandelt ?

Die Mehrheit der Lungenkrebs-Patienten befindet sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits im fortgeschrittenen Stadium 3b, 3c oder 4Eine nachgewiesene ALK-Mutation bedeutet für viele dieser Patienten sprichwörtlich „Glück im Unglück“ oder einen "Lottogewinn".
Denn ALK-Patienten können seit einigen Jahren mit Arzneimitteln in Tablettenform behandelt werden und statt Chemo- oder Immuntherapie bekommen ALK-Patienten eine zielgerichtete Therapie mit Alectinib (Alecensa®), Brigatinib (Alunbrig®), Lorlatinib (Lorviqua®), Crizotinib (Xalkori®) oder Ceritinib (Zykadia®).
Der Einsatz dieser ALK-Inhibitoren führt im Vergleich zu Chemo- oder Immuntherapie zu einer deutlichen Verlängerung der Lebensdauer bei i.a. weniger schweren Nebenwirkungen unter der Behandlung und damit besserer Lebensqualität.

ALK-Inhibitoren

Zur Behandlung des fortgeschrittenen, metastasierten ALK-positiven Lungenkrebs (ALK+ NSCLC) mit einer ALK-Translokation wurde im letzten Jahrzehnt die zielgerichtete Therapie mit sogenannten ALK-Inhibitoren entwickelt. ALK-Inhibitoren sind Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (TKI), die die Aktivität der durch die ALK-Translokation entstandenen fehlerhaften ALK hemmen. Dies führt letztlich zum Absterben von Tumorzellen, damit zu einer Reduktion der Tumormasse sowie einer Kontrolle des Tumors.

Nachfolgend sind die ALK-Inhibitoren - in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Zulassung - aufgeführt:

- ALK-Inhibitor der 1. Generation
-- Crizotinib 

- ALK-Inhibitoren der 2.Generation
-- Ceritinib 
-- Alectinib
-- Brigatinib

- ALK-Inhibitor der 3.Generation
-- Lorlatinib 

Mit jeder neuen Generation von ALK-Inhibitoren steigt die zu erwartende Anzahl von Rest-Lebensjahren nach Erhalt der Diagnose weiter an. Während es 2010 durchschnittlich nur 1-2 Jahre, 2016 schon 2-3 Jahre und 2018 fast 7 Jahre waren, wurden Ende 2020 bereits durchschnittlich (median) ca. 8 Jahre ermittelt.

Sie sind ALK-Patient(in) oder Angehörige(r)?

Dann empfehlen wir Ihnen zusätzlich die Online Support Group für Patienten und Angehörige der internationalen Lungenkrebs-Patientenorganisation ALK POSITIVE Inc (www.alkpositive.org) , die sich in der privaten Facebook-Gruppe ALK Positive befindet. Die Gruppe hat mehrere Tausend Mitglieder, davon ca. 100 aus dem deutschsprachigen Raum.
Relativ wenig Informationen und Patienten-Erfahrungen zum ALK-positiven Lungenkrebs selbst, dafür aber eine gute Gemeinschaft von Betroffenen mit eifrigen HelferInnen und Anbindung an einen Patientenverein finden Sie u.a. in der kleinen Facebook-Gruppe 'die ALK positiven'.

Sie hätten gern Zugang zum Experten-Bereich dieser Webseite? 
Sie haben Fragen?
Dann kontaktieren Sie bitte Ulf Wiegmann unter uwg@diealkpositiven.de

Weitere Informationen finden Sie in den Beiträgen des Blog-Bereichs dieser Webseite: