ALK-Inhibitoren

Ein nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) mit ALK-Translokation (ALK-Genumlagerung) ist ein Lungenkarzinom, das eine Umordnung des Gens für anaplastische Lymphomkinase (ALK) enthält.

Die ALK-Translokation ist eine Art genetische Veränderung (Mutation), bei der es zu einer Inversion auf dem Chromosom 2 kommt, das ALK-Gen mit einem anderen Gen fusioniert (ALK-Genfusion), ein Onkogen (das Fusionsonkogen) bildet und dauerhaft aktiviert wird (ALK-Expression). Die mutierten Zellen können dadurch unkontrolliert wachsen und Tumore bilden.

Zur Therapie des fortgeschrittenen, metastasierten NSCLC mit einer ALK-Translokation wurde in den letzten 10 Jahren eine zielgerichtete Therapie mit ALK-Inhibitoren entwickelt.
ALK-Inhibitoren unterdrücken die nachgeschalteten Signalwege und hemmen so die Aktivität der fehlerhaften ALK. Dies führt letztlich zum Absterben von Tumorzellen und somit zu einer Reduktion der Tumormasse.

Nachfolgend sind die ALK-Inhibitoren - in der Reihenfolge ihrer Zulassung - aufgeführt:

- ALK-Inhibitor der 1. Generation
-- Crizotinib (Xalkori)

- ALK-Inhibitoren der 2.Generation
-- Ceritinib (Zykadia)
-- Alectinib (Alecensa)
-- Brigatinib (Alunbrig)

- ALK-Inhibitor der 3.Generation
-- Lorlatinib (Lorviqua)

In Entwicklung und auf dem Weg für eine Folgelinien-Zulassung in den USA befindet sich derzeit der ALK-Inhibitor Ensartinib (X-396).  

Der Standard-ALK-Inhibitor für die Erstlinien-Therapie ist derzeit Alectinib.

Nach Progression unter Alectinib sollte eine erneute Biobsie und molekulare Diagnostik erfolgen.
Durch die Bestimmung von u.a. Resistenzmutation(en), des ALK-Fusionspartners bzw. der EML4-ALK-Variante und der vorhandenen Co-Mutationen kann so eine bestmögliche Folgetherapie bestimmt werden.