ALK-Inhibitor: Alectinib (Alecensa)

Alectinib (Alecensa von Roche) ist ein ALK-Inhibitor (TKI) der 2. Generation und ist zugelassen 

  • in der Erstlinien-Therapie: für die USA seit 11/2017 und für die EU seit 12/2017 
  • in der sequentiellen Therapie nach Crizotinib: für die USA seit 12/2015 und für die EU seit 2/2017

Wegen seiner guten Wirksamkeit und Verträglichkeit ist Alectinib aktuell das bevorzugte Mittel der  Experten für die Erstlinien-Therapie, d.h. der Therapie von neu mit ALK-positivem NSCLC diagnostizierten Patienten.

Auch in der sequentiellen Therapie nach Crizotinib und/oder Ceritinib ist Alectinib oft Mittel der Wahl, obwohl die Wirksamkeit von Brigatinib in diesem Szenario mindestens gleichwertig zu sein scheint.

Einfluss der Essgewohnheiten auf die Wirkung von Alecensa

Alecensa soll zusammen mit Nahrung eingenommen werden, weil sonst die Resorption zu niedrig ist, was die Wirkung negativ beeinträchtigen kann. 
Erläuterung des Herstellers Roche: 
Alectinib wird – wenn es zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen wird – rasch absorbiert und erreicht die Tmax (=Zeitpunkt, zu dem die höchste Konzentration des Arzneimittels im Blut gemessen wird) nach ungefähr 4 bis 6 Stunden. In einer Phase I Studie NP28991, die den Effekt von Nahrungsmitteln auf die Pharmakokinetik von Alectinib untersucht hat, stieg nach einer oralen Einzeldosis von 600 mg Alectinib zusammen mit einer sehr fettreichen, hochkalorischen Mahlzeit die Exposition mit Alectinib im Vergleich zum Nüchternzustand um ca. das 3-Fache an. Um daher ausreichende Plasmaspiegel zu erreichen, ist Alecensa zusammen mit Nahrungsmitteln einzunehmen.

Empfehlung1:
Roche empfiehlt z.B. 
eine standardisierte Mahlzeit bestehend aus ca. 500 kcal und einem Fettanteil von 30% ,
z.B. folgende Prototyp-Mahlzeit:

1
Portion Butter, 2 Scheiben getostetes Vollkornbrot, 1 Glas Orangensaft ( hergestellt aus Konzentrat, ungesüsst), 1 Rührei, 1 Glas Milch fettreduziert 2%

Empfehlung 2:
Dr. Shaw hat einer Veganerin kürzlich empfohlen,
Alecensa zumindest zusammen mit einer Hand voll Mandeln einzunehmen.


NEBENWIRKUNGEN

Die Behandlung mit Alectinib wird i.A. gut vertragen.

(I) Mögliche, weniger schwere (Grad 1-2) Nebenwirkungen sind u.a.
Gastrointestinale Probleme (insbesondere Verstopfung), Gewichtszunahme
Fatigue (Erschöpfung / Müdigkeit / Antriebslosigkeit)
periphere Ödeme, Anämie
Myalgie (Muskelschmerzen, -schwäche) , erhöhtes Bilirubin, 
Photosensibilität (Hautausschlag / übermäßiger Sonnenbrand).

(II) Es sind einige Nebenwirkungen möglich, die eine Änderung der Dosierung oder sogar ein Absetzen von Alectinib erfordern können, u.a.
Pneumonitis
Bei nur 0,4 % der Patienten, die mit Alectinib behandelt wurden, wurde über schwere, lebensbedrohliche oder tödlich verlaufende Pneumonitis berichtet. 
Lebertoxizität 
Unter Alectinib wird über Veränderungen der Leberfunktionswerte berichtet und häufig tritt eine Erhöhung der Leberenzyme ASP und/oder ALAT(ALT) auf. 
Bradykardie 
Bei einer Alectinib-Therapie muss bei allen Patienten regelmäßig per EKG geprüft werden, ob der Patient eine Bradykardie entwickelt. 
Myalgie
Alectinib kann vor allem im ersten Behandlungsmonat Myalgien verursachen, einschließlich Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwäche. Diese klingen normalerweise bei fortgesetzter Behandlung ab. 
Kreatinkinase (CPK)
Muskelsymptome können von einer Erhöhung der CPK begleitet sein. 
Im ersten Behandlungsmonat sollten die CPK-Spiegel alle 2 Wochen (bzw. bei Patienten mit Symptomen solange wie jeweils klinisch indiziert) bestimmt werden.


Weitere Informationen

u.a. zu den Nebenwirkungen und deren Management finden Sie in den Fachinformationen des Medikaments Alecensa: